„Leana, versteh wias gwen is und wias zum sei hĂ„t
HÄscht is, zach und so vui sche
Schwar wiagt da SchÄttn vo de oit Vordern
Wia in an Spiegl, sich i di und sech a mi“
- Perchta
Wir unterwerfen uns nicht dem Diktat der stĂ€ndigen VerfĂŒgbarkeit. Unsere Kunst ist kein Produkt, sondern ein kostbares Gut, das Raum und Zeit braucht. Wir treten nur dann in Erscheinung, wenn die Energie reif ist. Unsere Abwesenheit ist kein Stillstand, sondern das Einatmen.
Wir lehnen die Beliebigkeit der endlosen Tourneen ab. Ein Perchta-Konzert ist kein âGigâ, es ist ein meist exklusives Ereignis, kostbar in seiner Seltenheit. Wer uns hören will, muss den Weg auf sich nehmen.
In einer Welt, die sich im Belanglosen verliert, wĂ€hlen wir die Stille. Unsere sozialen KanĂ€le sind Information, keine Unterhaltung. Wir fĂŒttern keine Algorithmen mit unserem Privatleben. Der Fokus liegt auf der Vision, nicht auf dem Individuum. Wenn der Vorhang fĂ€llt, materialisiert sich die Frau Percht - und mit ihr das archaische Erbe.
Wir bringen die ungeschönte RealitĂ€t des weiblichen Körpers und der Zyklen der Natur auf die BĂŒhne. Zwischen Wehenkanon und ritueller Wut feiern wir die schöpferische und zerstörerische Kraft des Weiblichen, inspiriert aus unserem Leben als Eltern, als PartnerInnen, als AktivistIn, der Arbeit als Hebamme und dem Leben als Frau. Unsere Botschaft ist eine der ErmĂ€chtigung: autonom, körperlich und unbeugsam. Wir brauchen keine kĂŒnstliche Provokation; das Leben selbst ist extrem genug.
Wir verweigern den Online-Handel unseres wearable-Merch. Was wir erschaffen, geht von Hand zu Hand. Wer ein StĂŒck Perchta mit nach Hause nimmt, hat es sich im direkten Austausch verdient. unsere meist streng limitierten, mit Liebe gestaltete Utensilien und KleidungsstĂŒcke sind teilweise Werkzeug der Autonomie, keine Souvenirs des Massenkonsums. Vor der BĂŒhne sind wir Menschen geerdet, aufgeschlossen und echt. Auf der BĂŒhne sind wir Transmitter und tragen eine Rolle. Wir schĂ€tzen die NĂ€he zum Publikum ebenso sehr wie die Distanz der Maske.
Perchta ist kein Ego-Projekt, sondern ein Geflecht aus Vertrauen. Jedes Bandmitglied bringt seine zivile Kraft in den gemeinsamen Kessel ein. Wir proben nicht nur Musik, wir teilen Leben. Diese tiefe Verbundenheit erlaubt uns die totale Transformation auf der BĂŒhne. Weil wir wissen, wer uns auffĂ€ngt, können wir uns im Schrei und der Ekstase verlieren.
Wir stehen tief verwurzelt in unserer Heimat und unserem Brauchtum. Doch unsere Liebe zur Kultur ist untrennbar mit Menschlichkeit verbunden. Wir distanzieren uns entschieden von jeder Form von Extremismus, Rassismus und Ausgrenzung. Unsere Heimat ist ein Ort der Kraft, kein Werkzeug der Spaltung. Die Dunkelheit unserer Musik dient der Katharsis, nicht dem Hass.
Unsere Muttersprache ist der unterinntaler Dialekt aus Tirol - Er ist rau, ungeschönt und direkt. In ihm schwingt das Erbe unserer Ahnen, das wir in die Moderne tragen. Wir nutzen heimische Volksinstrumente nicht als Dekoration, sondern als BrĂŒcke zu einer Zeit, in der Musik noch ritueller Natur war.
Wir lassen uns nicht an den Markt verkaufen. Wir verzichten bewusst auf Profit, um unsere IntegritĂ€t und unsere Familien zu schĂŒtzen. Wir bleiben verrĂŒckt in den Augen derer, die nur Zahlen sehen - und wahrhaftig in den Herzen derer, die den Geist suchen. Weil Kunst nur dann brennt, wenn man sie nicht verfeuert.
Frau Perchta oder Frau Percht ist eine Sagengestalt, die sich in verschiedener Weise in der kontinentalgermanischen und slawischen Mythologie findet. Sie ist vermutlich unter Assimilation keltischen Substrats aus der germanischen GoÌttin Frigg hervorgegangen. Ihr entspricht in Mitteldeutschland die Sagengestalt Frau Holle. Der Name lĂ€sst sich aus dem althochdeutsch peraht âhell, glaÌnzendâ abgeleiten und bedeutet demnach „die GlaÌnzende“.
Mythos Perchta